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Deutsche Zentrumspartei ArtikelDie Deutsche Zentrumspartei (Zentrum) wurde 1871 von Ludwig Windthorst und vom Mainzer Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler als Partei der katholischen Minderheit in dem preußischen Abgeordnetenhaus in Berlin gegründet. Der preußische Protestantismus (vor allem Otto von Bismarck, aber auch die Nationalliberalen) machte dem Zentrum immer den Vorwurf des Ultramontanismus, also der Treue zu dem Papst mehr Gewicht einzuräumen als der Verantwortung für das eigene Volk. Wegen der Sitzplätze zwischen den konservativen 'Rechten' und den liberalen 'Linken' wurde die Partei 'Zentrum' genannt.
Buch-Tipp: Die Linkspartei. Zeitgemäße Idee oder Bündnis ohne Zukunft? Die Linkspartei - sozialdemokratisch? Ein großer Teil der inzwischen zahlreichen Veröffentlichungen zur PDS lässt sich in zwei Sorten scheiden. Während normativ orientierte Behandlungen das problematische Verhältnis zu dem demokratischen Verfassungsstaat herausstreichen, rücken rein parteiensoziologische Analysen die PDS häufig in die Nähe... Geschichte der Zentrumspartei | |
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Bis Ende des 1. Weltkrieges (-1918) | |
Mit breitem Rückhalt in der Bevölkerung trat sie als starke Opposition gegen Otto von Bismarck bis ungefähr 1890 an, der diese Partei wiederum heftig bekämpfte. Danach unterstützte sie eher die Regierungspolitik, insbesondere in der Sozialpolitik, Außen- und Kriegspolitik während des 1. Weltkriegs. Mit der SPD und der Fortschrittlichen Volkspartei bildete die Zentrumspartei 1917 eine neue Reichstagsmehrheit. Ihre gemeinsam eingebrachte Friedensresolution wurde am 19. Juli 1917 mit Mehrheit angenommen. Die Friedensresolution blieb allerdings ohne Bedeutung, denn die Politik war weiter eine der Kabinette und zudem herrschte faktisch eine Militärdiktatur. Allerdings war diese Abstimmung die Geburtsstunde der späteren Weimarer Koalition. Mit Graf Georg von Hertling stellte sie von 1917-1918 erstmals einen Reichskanzler. Der Novemberrevolution 1918 stand die Zentrumspartei als konservative Kraft ablehnend gegenüber. Weil der damalige Parteivorsitzende Matthias Erzberger statt eines föderalistischen Ansatzes einen zentralistischen favorisierte, spaltete sich die Bayerische Volkspartei 1918 vom Zentrum ab.
Buch-Tipp: Die Reformverhinderer. Parteien- und Beamtendiktatur in Deutschland Vater Staat frißt seine Kinder Rund 4,5 Millionen Beamte und beamtenähnliche Wesen in dem sogenannten `Öffentlichen Dienst} haben die Macht in dem Staat übernommen. Und sie formen ihn systematisch zu einem trägen, behäbigen Verwaltungs- und Selbstversorgungsapparat um. Niemand kann diesen fet-ten Riesen `Öffentlicher Dienst} noch bändigen - denn... |
Weimarer Republik (1919-1933) | |
In der Weimarer Republik bildete die Zentrumspartei in der zerklüfteten Parteienlandschaft eine wichtige Rolle, zu dem einen aufgrund ihrer Mittelposition in dem Parteiensystem, zu dem anderen wegen ihrer grundsätzlichen Koalitionsbereitschaft.
So war sie auf Reichs- wie auf Länderebene an Regierungen der Weimarer Koalition (SPD, Zentrum und DDP), der Großen Koalition (SPD, Zentrum, DDP und DVP) sowie des Bürgerblocks (Zentrum, DDP, BVP, DVP und DNVP beteiligt und darum von 1919 bis 1932 mit kurzen Unterbrechungen in allen Reichsregierungen vertreten. Sie stellte unter anderem mit Wilhelm Marx und Heinrich Brüning mehrere Reichskanzler. Der letzte Kanzler mit Zentrumsparteibuch war Franz von Papen, der allerdings in gewisser Opposition zur eigenen Partei stand und durch Parteiaustritt direkt nach seiner Ernennung zu dem Kanzler einem Fraktionsausschluß zuvorkam. Er versuchte, nach dem er mit der Ernennung zu dem Reichskanzler aus der Partei ausgetreten war, die NSDAP in die Regierungsverantwortung mit einzubeziehen, was misslang. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten am 30.01 1933 wurde er Vizekanzler unter Adolf Hitler. Am 23. März 1933 stimmte die Fraktion des Zentrums in dem Reichstag nach vorheriger Abstimmung mit der NSDAP Hitlers Ermächtigungsgesetz zu und verhalf ihm damit zur erforderlichen Zweidrittel-Mehrheit. Die Zentrumspartei löste sich am 5. Juli 1933 als letzte der so genannten bürgerlichen Parteien auf.
Buch-Tipp: Die Täter sind unter uns. Über das Schönreden der SED-Diktatur Schokierend aber leider wahr Dem Autor danke ich für den von ihm aufgebrachten Mut, dieses Buch zu scheiben und zu veröffentlichen. Leider versuchen viele dieses Thema zu verdrängen oder nachdem Motto: "So schlimm war es doch gar nicht", alles unter dem Gras der Geschichte verschwinden zu lassen. Es war der größte Fehler der Wiedervereinigung,... |
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Nach dem Krieg wurde das Zentrum wiedergegründet. Es hatte aber seine Funktion als christlich-katholische Volkspartei an die neugegründete CDU verloren, die auf eine gemeinsame Partei beider großer Konfessionen setzte. Das Zentrum hatte ca. zeitweise regionale Hochburgen, vor allem in Nordrhein-Westfalen. Rudolf Amelunxen vom Zentrum war 1945/46 erster Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens. Die Partei saß bis 1958 in dem nordrhein-westfälischen Landtag und war in der Landesregierung vertreten. Außerdem hatte die Zentrumspartei in dem ersten Bundestag 10 Abgeordnete und dank einem Wahlkreisabkommen mit der CDU in dem zweiten Bundestag zwei Abgeordnete.
Mitte der 1950er Jahre versuchte Helmut Bertram in dem Auftrag des Zentrum-Bundesvorstandes ein breitangelegtes Bündnis christlich orientierter kleiner Parteien für die Bundestagswahl zu organiseren, um enttäuschten CDU/CSU-Wählern eine Alternative zu bieten. Es gelang jedoch nur, die Bayernpartei mit in das Boot zu bekommen. Die Kandidatur unter der Nennung Föderalistische Union (dieser Name war schon für die Fraktionsgemeinschaft in der ersten Legislaturperiode des Bundestages benutzt worden) gelang so ca. in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bayern. Das Ergebnis war mit 0,9 Prozent bundesweit enttäuschend.
Der christlich-fundamantalistische Flügel unter Adelgunde Mertensacker spaltete sich nach deren Abwahl und Ersetzung durch den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Gerhard Ribbeheger ab und gründete am 27.08 1988 die Christliche Mitte (CM). Das Zentrum konzentrierte sich seither auf die Kommunalpolitik in seiner demokratisch-sozialen Nachkriegstradition. 2003 schloss sich die evangelikal ausgerichtete Christliche Partei Deutschlands der Zentrumspartei an. Die Partei ist heute in einigen Stadt- und Gemeinderäten sowie (seit 1999) in dem Kreistag des Rhein-Kreis Neuss vertreten. In Dormagen stellt sie zusammen mit der SPD die Regierung und ist für ihre familienfreundliche Politik bekannt.
Buch-Tipp: Die deutschen Kanzler. Von Bismarck bis Merkel 136 Jahre deutsche Geschichte in 30 Portraits Das Buch stellt sämtliche deutschen Kanzler seit der Reichsgründung 1871 vor, vom Eisernen Kanzler Otto von Bismarck bis zur ersten Kanzlerin Angela Merkel. Ob es sinnvoll ist, ein Portrait einer noch nicht abgeschlossenen Kanzlerzeit in ein solches Buch aufzunehmen, sei dahingestellt.
Das Konzept... |
Vorsitzende der Zentrumspartei seit 1945 | |
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Wahlergebnisse der Zentrumspartei |
Reichstagswahlen bzw. Wahl zur Verfassungsgebenden Nationalversammlung (1919)
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| 19.01.1919
| 19,7 Prozent | 91 Sitze
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| 06.06.1920
| 13,6 Prozent | 64 Sitze
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| 04.05.1924
| 13,4 Prozent | 65 Sitze
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| 07.12.1924
| 13,6 Prozent | 69 Sitze
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| 20.05.1928
| 12,1 Prozent | 61 Sitze
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| 14.09.1930
| 11,8 Prozent | 68 Sitze
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| 31.07.1932
| 12,4 Prozent | 75 Sitze
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| 06.11.1932
| 11,9 Prozent | 71 Sitze
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| 05.03.1933
| 11,3 Prozent | 73 Sitze
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